Ötscher Spirits · Die Sage
Die Spieler von Wegscheid
Vier Holzknechte, eine Christnacht und ein Kartenspiel voller Flüche. Oberhalb von Wegscheid sitzen sie bis heute, zu Stein erstarrt.

Frommen Wallfahrern zeigt sich auf dem Weg nach Mariazell oberhalb des Wegscheider Kirchleins eine eigenartige Felsengruppe, deren vier Spitzen im Volksmund als die “Spieler” bekannt sind.
Dort, wo heute die Felsspitzen in den Himmel ragen, stand ehemals am Bergrücken, von Tannen verdeckt, eine kleine Holzknechthütte. Sie bot den Holzarbeitern Unterkunft bei schlechtem Wetter und oft genug ging es darin laut und lustig zu. In jedem Winter aber, lag die einfache Hütte verlassen da und das Wild zog ungescheut im tiefen Schnee über die kleine Waldlichtung.
Viele hundert Jahre ist es her, da stiegen am Heiligen Abend vier trotzige Holzknechte durch Schnee, Kälte und Finsternis zu der einsamen Hütte hinauf. Gott und der Welt zum Hohn wollten sie die Christnacht im Bergwald bei Trunk und Kartenspiel verbringen, ihrem Väterglauben hatten sie längst den Rücken gekehrt. In der wohligen Wärme eines Feuers, bei wasserhellem Enzian und leidenschaftlichem Kartenspiel, spotteten die vier Holzknechte über die frommen Beter, die wohl jetzt in jedem Haus zum nächtlichen Kirchgang rüsteten. Das Spiel wurde immer hitziger, an den bösen Witzen und rohen Flüchen hatte der Teufel seine helle Freude. Lauernd schauten sich die vier wüsten Gesellen in die Karten, beschuldigten einander des Betrugs und der Falschspielerei, einer griff bereits nach seinem Messer.
Plötzlich erklangen durch die sternklare Mitternacht die Mariazeller Kirchglocken, die zur heiligen Christmette riefen. Mit wildem Fluch warf einer der Spieler seine Karten auf den Tisch und schrie: “Ja, hat man denn nicht einmal da heroben eine Ruh´ von der ewigen Läuterei? Da möcht´ man doch lieber gleich aus Stein sein, daß man nichts mehr davon zu hören braucht!” Kaum war dies ausgesprochen, da sanken die Arme des Spielers schlaff herab, die Karten entglitten seinen schweren Händen, die erhitzten Wangen wurden bleich und binnen kurzer Zeit waren alle Vier zu ungeheuren Steinfiguren erstarrt. Gottes Langmut hatte ein Ende genommen.
Heute ist die hölzerne Hütte schon längst den Einflüssen von Wind und Wetter zum Opfer gefallen, die vier steinernen Gesellen aber sitzen immer noch dort, wo sie des Himmels Strafgericht ereilte. Sie müssen ihren Frevel so lange büßen, bis der letzte Wallfahrer aus Mariazell heimpilgert ist – also wohl bis zum jüngsten Tag!
(Frei zusammengefasst nach Jolanthe Haßlwander 1982)

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| Spirits-Menge | 350ml, 500ml |
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